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Chronik vom Spielmannszug Abbensen
Es war an einen Abend im Jahre 1960, als bei Günter Scheumann vor der Wohnung drei bierselige Musiker standen. Es waren der Millitärmusiker Arno Schieritz mit einer Blechdose als Trommel, sowie Albert Göpfert und Helmut Powlikat mit einem Holzstück als Querflöte. Nach einigen weiteren Bierchen, zogen die Vier weiter zu Ihrem Schützenbruder Herrmann Kobbe jun., um ihm ein Ständchen zu bringen.

Dann nahte das Schützenfest 1960. Beim Königsfrühstück machten einige Gäste den Vorschlag, einen Spielmannszug zu gründen. Herrmann Kobbe jun. erhob sich und gestand: "Den haben wir bereits, wir brauchen nur noch die Instrumente!" Bei diesem Königsfrühstück wurden spontan zwei Trommeln und sechs Holzpfeifen gestiftet. Es konnte losgehen!!!

Erster_Auftritt_1961.JPG
Als Abteilung des Schützenvereins Abbensen fand der erste öffentliche Auftritt am 14. Mai 1961 zur Fahnenweihe des Schützenvereins statt. Das Repertoire bestand damals aus nur drei Märschen, die während des Umzuges laufend wiederholt wurden. Zu den offiziellen Gründungsmitgliedern zählen nun: Arno Schieritz (Ausbilder), Karl-Heinz Otto, Günter Scheumann, Albert Göpfert, Helmut Powilkat und Hugo Rust. Zu den Auftritten kamen im Laufe der Jahre immer mehr dazu und auch die Mitgliederzahl wuchs stetig. Das Repertoire wurde laufend mit traditionellen Märschen erweitert,  um ein abwechslungsreiches Spiel zu bieten.
Natürlich gehörten nicht nur die offiziellen Ausmärsche zu dem Programm vom Spielmannszug. Auch andere Aktivitäten und Feierlichkeiten, wie zum Beispiel das Schweineessen in der Steinkuhle an Himmelfahrt, welches jährlich vom Schützenverein ausgerichtet wird. Bevor es, wie heut zu Tage, die beliebten Ausflüge in den Harz, als Weihnachtsfeier eine Fahrt nach Berlin oder andere Aktivitäten gab,
Himmelfahrt 1967.JPGwurden Kameradschaftsabende im Clubzimmer des damaligenPict0003.JPG Übungslokales  (bei Albert Koch) abgehalten. Diese wurden ins Leben gerufen, um die Ehefrauen bei Laune zu halten. Hierbei wurde dann jedes Mal ein leckeres Essen serviert. Das Essen wurde von den Gagen, und zu einem kleinen Teil von den Mitgliedern finanziert. Von unserem damailgen Mitstreiter Helmut Grove wurde dann eine große Tombola organisiert. Diese wurde  aus Spenden und einen kleinen Unkostenbeitrag der Mitglieder finanziert. PS: Helmut Grove war bei der Kreissparkasse angestellt, dementsprechend groß fielen dann auch immer die Spenden aus. Es wurden auch für diesen Anlass Scheiben ausgeschossen. Leider existieren hierzu keine Bilder mehr. Die noch heute bestehende Tradition der Unterwasserkapelle mit Anbringen der Montagsscheibe, ist im Prinzip aus einer Aktion eines Spielmannszugmitgliedes entstanden. Der damalige Leiter des Zuges und gelernte Pfeifer, Walter Trappe, hatte am Montag nach Schützenfest große Lust auf das Dach des Saales der "Gaststätte Koch" zu klettern, um dort den Tippelbrüder-Marsch zu spielen. In kürzester Zeit hatten sich einige Nimmermüde dazu gesellt. Da auch der Ein oder Andere ein Instrument spielen konnte, war die Unterwasserkapelle geboren.

Pict0010.JPGDie Übungsabende dauerten damals sehr viel länger als heute. Das lag vielleicht daran, dass es nach dem Üben vom Saal direkt zu Albert und Carmen in die Kneipe ging. Der große Hit nach dem Üben war die riesige Krakauer, die von Carmen aufgebrüht und dann sehr heiß serviert wurde. Heruntergespült wurde die doch sehr fettige Wurst dann mit Meierschen (Magenbitter) und Härke-Pils. Zu dieser Zeit wurde auch die Tradition geboren, bei runden Geburtstagen (die 0er und die 5er) den Mitgliedern ein Ständchen zu bringen, die auch noch bis heute andauert. Da diese Abende stets bei den Geburtstagskindern stattfanden, wurde es immer sehr spät. Wer im Sommer Geburtstag hatte, hat seine Gäste auch schon mal bei Sonnenaufgang zur Tür begleitet.

Eine weitere Tradition, die zu dieser Zeit eingeführt wurde, war das  Wecken am Schützenfest-Samstag. Marschiert wurde selbstverständlich im Schlafanzug. Angetreten wurde in den Anfangsjahren allerdings schon um 6 Uhr in der Früh. Heute treten wir zu einer humaneren Zeit, um 7 Uhr an. Um die stets schwache Kasse ein wenig aufzufüllen, wurde ein Strafgeld für zu spätes Erscheinen eingeführt. Pro Minute waren 1,00 DM fällig, die wiederum unserem Zug zu Gute kamen. Spitzenreiter bei diesem "Wettbewerb" ist bis heute noch unser lieber Heinz, der es auf immerhin 70,00 DM brachte. 

Mehr und mehr machte sich der Spielmannszug einen Namen und war auf Schützenfesten, wie in Oelerse,
Pict0016.JPG Pict0009.JPGDollbergen und Abbensen nicht mehr wegzudenken. Im Laufe der Zeit hat sich natürlich auch einiges an den Uniformen geändert, nicht unbedingt viel, aber es haben schon Veränderungen stattgefunden. So haben wir zum Beispiel ein Gruppenfoto, welches ungefähr um 1975 entstand (rechts). Zu dieser Zeit haben nur die Männer Schützenuniformen mit einem grauen Pilotenhemd getragen. Die Frauen und Kinder trugen nur Schützenwesten mit einem weißen Hemd darunter. Aber Allesamt hatten zu dieser Zeit noch graue Schiffchen auf. 1978 (links) hingegen trugen alle Mitglieder die "grauen" Pilotenhemden, wobei es wieder den Männern vorbehalten war, Schützenuniformen zu tragen. Die Schiffchen wurden immernoch beibehalten. Gruppenbild Spmzg. Abb 009.jpgDie "grauen" Pilotenhemden waren in Wirklichkeit gar nicht grau, sondern blau. Auf die blauen Hemden musste umgestellt werden, als die grauen nicht mehr hergestellt wurden. Da das Blau einfach nicht zu unseren Uniformen passte, wurden diese nach nur zwei Jahren wieder abgesetzt und es wurden die weißen Hemden eingführt, die wir bis heute noch tragen.
Wenn man jetzt nun ein Gruppenfoto von 2006 zum Vergleich heranzieht, erkennt man, dass jetzt auch die Frauen Schützenuniformen tragen und die Kinder und Jugendlichen mit Sweatshirts ausgestattet sind. Außerdem gehört auch eine Regenjacke zur Standarduniform.

Übrigens wurde Andreas Kobbe 1984 neuer Stabführer, der seit dem den Spielmannszug leitet. Im Jahr 2001
feierte der Spielmannszug sein 40 jähriges Bestehen mit einem Sternenmarsch befreundeter Züge, sowie vielen Gästen. Hunderte von Dorfbewohnern standen am Straßenrand, um den großen Zug zu bestauenen. Dieses gab nun 40 Jahre 2001.JPGauch dem Spielmannszug das besonderes Gefühl, im Dorf endlichJubilaeum Ehrungen.JPG anerkannt zu sein. Auf Lahmanns Hof wurde die eigene Standarte geweiht, während dessen die Gastvereine munter aufspielten. Auf dem linken Bild ist zu erkennen, wie der Spielmannszug unter der Leitung von Andreas Kobbe den Sternenmarsch anführt und auf Lahmanns Hof aufmarschiert. In den fordersten Reihen marschieren die Gründungsmitglieder Hugo Rust, Günter Scheumann und Albert Göpfert mit und zeigten, dass auch sie es noch nicht verlernt haben. Auf dem Festplatz angekommen wurde der Festkommers abgehalten, die zahlreichen Gäste begrüßt, zusammen musiziert und die Gründungsmitglieder geehrt (rechtes Bild). Die Kameradschaft, die Geselligkeit und die Liebe zur Musik sollen auch weiterhin im Mittelpunkt stehen, um dann im jahr 2011 unser 50 jähriges Jubiläum zu feiern.

Bis dahin allen Freunden des Spielmannszuges Abbensen alles Gute und weiterhin ein
GUT SPIEL!

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